GWP-Nachweis ab 2027: Was Architekten jetzt wissen müssen

Was lange optional war, wird Pflicht: der Nachweis des Treibhauspotenzials (GWP) eines Gebäudes über seinen Lebenszyklus. Dieser Artikel ordnet ein, worum es geht — und zeigt, wie sich der Workflow ohne teure Spezialsoftware in Excel umsetzen lässt.

Was ist der GWP-Nachweis

GWP steht für Global Warming Potential — das Treibhauspotenzial eines Bauprodukts, ausgedrückt in kg CO2-Äquivalent. Der GWP-Nachweis summiert diese Emissionen über den gesamten Gebäudelebenszyklus: Herstellung (A1–A3), Errichtung (A4–A5), Nutzung (B1–B7), Lebensende (C1–C4) und Anrechnungen jenseits der Systemgrenze (D). Methodische Grundlage ist die Ökobilanz nach DIN EN 15978 auf Gebäudeebene und DIN EN 15804+A2 auf Produktebene.

Wer ist ab wann betroffen

Bereits heute fordern Förderprogramme wie das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) eine Ökobilanz mit GWP-Berechnung. Für 2027 ist eine breitere Verankerung im Ordnungsrecht angekündigt. Konkrete Stichtage und Schwellenwerte werden hier ergänzt, sobald die finalen Verordnungstexte vorliegen.

Welche Daten brauchst du

Praxisbeispiel Wandaufbau

Zwei Wandaufbauten gegenüberstellen — etwa Mauerwerk mit Mineralwolle gegen Holzrahmen mit Zellulose — pro Schicht GWP-Wert je m² ermitteln, mit Dicke und Rohdichte auf die tatsächliche Masse hochrechnen, summieren. Eine fertige Beispieldatei zum Nachvollziehen: Ökobilanz Beispiel 1 — Vergleich Wandaufbauten (.xlsx).

Werkzeuge im Vergleich

Drei Kategorien: webbasierte Spezialsoftware (eLCA, One Click LCA) mit geführten Eingabemasken, BIM-Plug-ins für modellbasierte Bilanzierung, und Excel mit Datenanbindung — flexibel und transparent. baudatnow schließt die Datenlücke in Excel: Ökobaudat-Datensätze direkt per Funktion in der Tabelle.

Schritt-für-Schritt mit Excel

Typischer Workflow mit baudatnow:

  1. Bauteilkatalog anlegen — pro Bauteil eine Zeile, je Schicht Dicke, Rohdichte, Bezugseinheit.
  2. Datensatz zuordnen=naga.data(Suchbegriff) findet passende Ökobaudat-Einträge per Fuzzy-Match.
  3. GWP-Wert ziehen=naga.get(Datensatz; GWPtotal; A1-A3) liefert kg CO2-eq pro Bezugseinheit.
  4. Mengen umrechnen — über Fläche, Dicke und Rohdichte (Bezugseinheit per =naga.info(Datensatz; Bezugseinheit)) auf reale Masse skalieren.
  5. Lebenszyklus berücksichtigen=naga.life(Datensatz) abfragen, bei kürzerer Nutzungsdauer als Betrachtungszeitraum den Austauschfaktor einrechnen.
  6. Module C und D ergänzen — analog mit Modulen C3-C4 bzw. D.
  7. Auswerten — Excel-Boardmittel: Pivot, Diagramme, Sensitivitäten.

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Häufige Fragen

Ab wann gilt die GWP-Nachweispflicht?

Der Zeitpunkt hängt vom anzuwendenden Förder- oder Genehmigungsregelwerk ab. Bestimmte Förderprogramme (QNG, KfW-Stufen) fordern die Bilanzierung bereits heute; eine breitere Pflicht im Ordnungsrecht ist für 2027 angekündigt.

Brauche ich teure Spezialsoftware?

Nein. Die Berechnung lässt sich auch in Excel durchführen, wenn die Datensätze aus Ökobaudat zugänglich sind. baudatnow integriert sie direkt in die Tabellenkalkulation — du behältst die volle Flexibilität von Excel.

Welche Lebenszyklusmodule sind nachzuweisen?

Üblicherweise A1–A3 (Herstellung), C3/C4 (Entsorgung) und D (Verwertung jenseits der Systemgrenze). Welche Module verpflichtend sind, regelt das jeweils anzuwendende Bewertungssystem.

Wie funktioniert das mit baudatnow in Excel?

Mit =naga.get(Material; Indikator; Modul) holst du den GWP-Wert direkt aus Ökobaudat in deine Tabelle. Mengen und Lebensdauer rechnest du wie gewohnt mit Excel-Formeln. Beispieldatei: Ökobilanz Beispiel 1.

Fazit

Der GWP-Nachweis fordert Disziplin in der Datenpflege und eine frühe Verankerung in der Entwurfsarbeit — kein Hexenwerk. Wer den Workflow in Excel mit Ökobaudat-Anbindung aufsetzt, hat ein Werkzeug, das skalierbar und projektspezifisch anpassbar bleibt.

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